Was ist eigentlich Web 2.0?

Ist Web 2.0 nur ein Mythos, eine Seifenblase oder gar ein Phänomen? Soviel vorweg: Web 2.0 ist keine rein technische Neuerung. Viel eher ist es ein Kunstbegriff für einen Trend im World Wide Web, welcher stark von sozialen Netzwerken geprägt ist und generell mehr „mitmachen im Internet“ erlaubt.

Ich persönlich verbinde mit Web 2.0 das Zusammenspiel von verschiedenen „alten“ bekannten Webtechnologien, wie XML und JavaScript, welche vor allem unter dem Namen AJAX (Asynchronous JavaScript and XML) bekannt geworden sind.

Ein Teil von Web 2.0 ist AJAX. Dieses wird vor allem zum dynamischen Laden, Erstellen und Positionieren von Inhalten im Browser verwendet. Ein Teil von AJAX ist JavaScript, eine Clientbasierende Skriptsprache, die von den meisten aktuellen Browsern unterstützt wird. Funktionsumfang und Geschwindigkeit hängen von der im Browser verwendeten JavaScript-Engine ab. Meinen persönlichen Erfahrungen nach nutzen aktuell Google Chrome und Safari eine der schnellsten JavaScript-Engines. Allerdings ist der Trend zu immer besserer JavaScript-Implementierung in allen gängigen Browsern zu erkennen.

Den Gegensatz zu JavaScript, welches eine Clientbasierende Skriptsprache ist, bildet PHP (Hypertext Preprocessor) eine Serverbasierende Skriptsprache. Diese wurde schon lange vor dem Web 2.0-Boom in diversen Anwendungen eingesetzt. PHP überzeugt durch Stabilität, Schnelligkeit und leichte Bedienung. Die einzige Vorrausetzung für PHP ist ein Webservers; zu nennen wären zum einen der kostenlose Linux Webserver Apache oder ISA- Server (Internet Security and Acceleration) von Microsoft.

Einsatzgebiete von PHP sind einfache bis komplexe Berechnungen, Algorithmen oder Programme(Tools), Datenbankzugriffe, Dateierstellung und -überprüfung, u.v.m. Standardmäßig kann man auf MySQL, Oracle, SQLite, dBase und viele weitere Datenbanken zugreifen. Es gibt für nahezu alle Anwendungsgebiete und -wünsche Lösungen, die sich mit PHP verwirklichen lassen. Mit Standardklassen, Funktion oder auch durch Erweiterungen aus Projekten wie Zend (Miterfinder und Teil des Entwicklerteams von PHP), PEAR (eine große Klassensammlung) oder dem Templatesystem Smarty lassen sich die Anwendungsbereiche und Funktionen von PHP noch entsprechend vergrößern. (Natürlich gibt es noch viele andere Erweiterungen, hier nur ein paar Beispiele)

Nachdem nun die Möglichkeit besteht, Inhalte auf Client- und Serverseite zu generieren, fehlt noch das Beschreiben und das Layout der Seite. Hier kommt XHTML (Extensible HyperText Markup Language) zum Einsatz. XHTML ermöglicht nicht nur das Erstellen von Tabellen, Links und Frames, sondern vor allem barrierefreie Weblayouts, die zudem mit modernen und frischen Designs punkten können.

Damit die Designs zentral und einfach gestaltet werden können, greift man auf CSS (Cascading Style Sheets) zurück. Diese bewirken, dass diverse Container, Links oder Listen im entsprechenden Design erscheinen. Der große Vorteil des Einsatzes von zentralen CSS Dateien liegt darin, dass bei kleineren Änderungen, oder gar einer kompletten optischen Umgestaltung, nicht viel Zeit benötigt wird, um die Webseite, den Onlineshop oder Web Blog zu aktualisieren.

Zusammenfasend lässt sich sagen, dass der Web 2.0 Boom zu vermehrten surfen im Internet führte. Es existieren heute viele Anwendungen, die auf Benutzer und auch bestimmte Benutzergruppen zugeschnitten werden. Die Webangebote haben sich in den Punkten Benutzerfreundlichkeit, Design und Umfang deutlich verändert. Es gibt immer mehr soziale Netzwerke, Online Shops, Web Blogs und auch spezielle Tools, wie Online Grid, Webmail, u.v.m. {weitere Beispiele}

Um den normalen Internetnutzern, Webprogrammierern und Internet Agenturen das Leben zu erleichtern, gibt es eine große „Web Familie“, die in verschiedenen Projekten bzw. Communities zusammen arbeiten. So gibt es für CMS (Content Management Systeme) zwei sehr große und mächtige Projekte, Joomla und Typo3. Beide sind kostenlos und können mit vielen zusätzlichen Extensions (Erweiterungen) ausgestattet werden. Neben den CMS Systemen gibt es eine wachsende Anzahl an Blogsystemen, als erwähnenswertes Beispiel gilt hier WordPress. Es nutzt viele einfache, schlichte Designs, speziell für User mit geringen bzw. keinen HTML und CSS Vorkenntnissen. Wer „Standardsoftware“ auf seine Bedürfnisse angepasst haben möchte, kann sich bei zahlreichen Webprogrammieren oder Internetagenturen Unterstützung holen. Außerdem gibt es natürlich zahllose Anleitungen, Hilfen und Guides im Web selbst.

Ein großer, immer noch wachsender Markt, ist das hartumkämpfte Gebiet von E-Commerce. Allerdings sind die meisten User schlicht zu faul oder zu vorsichtig um selber in das Geschäft einzusteigen. Bis vor etwa 1,5 Jahren hätte ich gesagt, dass xt:Commerce eines der besseren Onlineshop-Systeme ist. Leider hat der schlechte Vertriebsweg und die verpasste Weiterentwicklung dazu geführt, dass ich xt:Commerce von meiner Favoritenliste streichen musste. Platz 1und 2 teilen sich aktuell Magento und Oxid eSales. Beide Systeme sind modular aufgebaut; es gibt eine strikte Trennung von Design und dem Programmcode.

Eine nächste Frage, die viele User bzw. Webseiteneigentümer quält, ist wie man bei Google „nach oben“ kommt.

Ganz einfach, oder auch nicht einfach, durch SEO (Search Engine Optimization), welches Maßnahmen bietet, um bei großen Suchmaschinenanbietern (z.B. Google), ein Ranking möglichst weit oben zu erreichen. Es gibt viele Internetagenturen die SEO anbieten, doch man sollte wissen: SEO ist nicht SEO, die Qualität der einzelnen Anbieter variiert zum Teil sehr stark. Ich kann nur raten, vorher die Referenzliste von dem Anbieter zu überprüfen und ggf. mit Angeboten von anderen Dienstleistenden zu vergleichen.